| Zieh die Gardinen zu, denn draußen ist Krieg |
| Wir rauchen billiges Kraut und spielen laute Musik |
| Das Haus der Lüge ist grau, sieh es ist frisch renoviert |
| Dein Architektenbüro hat schon die Küche möbliert |
| Stapel die Kisten im Flur, doch erst leer deinen Kelch |
| Bevor dein Elfenbeinturm in tausend Scherben zerfällt |
| Komm und wir sperren die Welt hinter die Spitzengardinen |
| Hier kannst du leben wie Gott und trotzdem Stütze bezieh’n |
| Der Terroristenbedarf hatte nur leere Patronen |
| Glaub mir, du wartest vergebens auf deine Revolution |
| Unsere Bäuche sind zu dick |
| Doch unsere Träume verhungern in einem goldenen Käfig unter dem Dach |
| Auf jeden Platz an der Sonne, da kommen tausend und mehr |
| Da draußen lauern der Mob, Grippe und Autoverkehr |
| Deswegen legen wir Nasen, damit der Kater vergeht |
| Bis man das letzte Ideal morgens im Garten begräbt |
| Zieh die Gardinen zu, zieh die Gardinen zu, zieh die Gardinen zu |
| Sieh zum Fenster hinaus, glaub mir die Erde rotiert |
| Sie schreit zum Himmel und doch: Wir sind fertig mit ihr |
| Wir löffeln Kaviar und wohnen wie Barbie und Ken |
| Wo man zum Kaffee die Kuchenbrötchen in Valium tränkt |
| Im Garten trennt man den Müll stets nach Plastik und Glas |
| Während im Keller der Kammerjäger die Ratten vergast |
| Uns’re gerasterte Welt strahlt in solariumbraun |
| Ein neuer sonniger Tag hinter dem Maschendrahtzaun |
| Mach deinen Job, horte dein Geld für dein Grab |
| Und einen duftenden Kranz auf deinem hölzernen Sarg |
| Nur bitte stell keine Fragen, leb deinen Groschenroman |
| Doch in deinem Obergeschoss plätschert ein tropfender Hahn |
| Ja das Gewissen ist hartnäckig es raub dir den Schlaf |
| Es krümelt Kekse und liegt auf deinem Couchimitat |
| Die Straßentauben im Hof halten ihr Scherbengericht |
| Doch bricht der Abend herein braucht es ein stärkeres Gift |